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Undercurrents – Woran Wasser erinnern

Listening-Prozession und kollektives Klangritual / Fr 8.5.2026, 16.30-20 Uhr

Wie klingt das Gedächtnis des Wassers? Das künstlerische Projekt Undercurrents — Woran Wasser erinnern erforscht das Wasser der Stadt als resonanten Erinnerungsraum. Es entsteht aus der ko-kreativen Workshopreihe ‘Shhh… Zuhören mit Wasser‘ (Oktober 2025 – Mai 2026). Ausgehend von Deep Listening als politischer Praxis untersucht das künstlerische Team — Çiğdem Borucu, Graziele Sena da Silva, Susana Ojeda und Zuzana Ernst — gemeinsam mit den Teilnehmenden Wasser als Träger von Erinnerung, Wissen und Bewegung. Der ortsspezifische Fokus liegt im Wiener Brunnenviertel.

Die künstlerische Arbeit lädt dazu ein, sich auf unsichtbare unterirdische Strömungen einzustimmen, die uns mit dem größeren Wasserkörper verbinden. In kollektiven Listening-Sessions werden Stimmen, Klänge und Geschichten des Stadtteils gesammelt — vom Markt über verborgene Wasserwege bis hin zum Bunker unter dem Yppenplatz. Diese Fragmente fließen in ein wachsendes Listening-Archiv und bilden die Grundlage für eine ortsspezifische Klangkomposition, die das Ungehörte an die Oberfläche bringt.

Die öffentliche Listening-Prozession und das Klangritual am 8. Mai 2026 führen vom Brunnenmarkt über den Yppenplatz zu den ‘Wassern, die sich erinnern’. Als antifaschistischer Gedenktag setzt der 8. Mai ein Zeichen der Wachsamkeit gegen das Verdrängen. ‘Undercurrents’ versteht das kollektive Zuhören auf unterirdische Strömungen und verborgene Geschichten als Schutzschild gegen autoritäre Narrative und als Einladung, Erinnerung als lebendigen, relationalen Prozess zu begreifen.

Undercurrents — Woran Wasser erinnern ist eine Kooperation von Brunnenpassage, Initiative Erinnern in Zukunft, Sinopale: International Sinop Biennale und ÆSR Lab im Rahmen der Klima Biennale Wien.