Marjorie Etukudo

„Es ist etwas ganz Besonderes, in einem solch altehrwürdigen Saal auftreten zu dürfen. Auf einer Bühne zu singen, auf der schon so viele Größen der Musikbranche gestanden sind, erfüllt mich mit Ehrfurcht und lässt mich versuchen, nur das Beste aus mir herauszuholen!“

WANDELBARE STIMME

Marjorie Etukudo gehört zu den vielseitigsten und wandlungsfähigsten Sängerinnen und Songwriterinnen der heimischen Musikszene, ob Soul, R&B, Funk, Jazz, Pop oder elektronische Musik – die afro-österreichische Künstlerin fühlt sich in den unterschiedlichsten Genres zu Hause, wobei sie selbst nicht in bestimmten musikalischen Kategorien denkt. Im Grunde geht es einfach darum, „Musik zu machen. Das Schöne ist, dass ich mich als Künstlerin immer neu erfinden und in unterschiedliche Rollen schlüpfen darf“, sagt Marjorie Etukudo. „In diesem Sinne gibt es keine Regeln, die einzuhalten sind. Mir ist es vor allem wichtig, die Menschen mit den Liedern, die ich singe, zu berühren und auch sozialkritische Themen zu adressieren, die zum Nachdenken anregen.“

Als Tochter einer Jazz-Sängerin war Musik für Marjorie Etukudo, die im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie aus Nigeria nach Wien kam, von klein auf Selbstverständlichkeit und Lebenselixier zugleich. „Ich weiß noch, dass ich mich – auch wenn ich ein glückliches Kind war – am liebsten in meinem Zimmer verkrochen habe, um zu singen oder Texte zu schreiben. Mein Zufluchtsort war einfach die Musik.“ Mit großer Begeisterung nahm sie Gesangs- und Klavierunterricht, später kamen noch Hip-Hop und Jazz-Dance dazu. Mit elf Jahren begann sie, eigene Songs zu schreiben, zwei Jahre später gründete sie mit ihrer Jugendfreundin Everine La Rose die R&B-Gruppe „The Chillaz“. Die Band entwickelte sich schnell zum Geheimtipp, auch international, sodass Plattenfirmen auf die beiden Mädchen aufmerksam wurden. Den angebotenen Plattenvertrag lehnten sie jedoch ab und veröffentlichten ihre Songs in Eigenregie mit dem Produzenten Georg Peter.

Nach der erfolgreichen Zeit mit „The Chillaz“ sollten für Marjorie Etukudo in ihrer jung gestarteten Karriere viele weitere Highlights folgen: Sie performte als Vorgruppe für den Superstar „50 Cent“ auf der Donauinsel in Wien, wirkte mit ihrer Tanzgruppe „Natural Dance Attitude“ im Video des US-Rappers „Coolio“ mit und arbeitete unter anderem mit „Supermax“, „The Christmas Gospel“ und „The Rhythmic Tramp Orchestra“ zusammen.
Über die Jahre etablierte sie sich immer mehr zu einer vielgefragten Live- und Studiosängerin. Mit ihrer einprägsamen souligen Stimme und starken Bühnenpräsenz feierte sie schließlich auch als Frontsängerin von „Marjorie Etukudo and Band“ und der mit Mike Ottis gegründeten Electro & Neo Soul Band „Butterfly“ große Erfolge.

Aktuell arbeitet Marjorie Etukudo mit der Band „Euphoniques“ zusammen, mit der sie seit der Gründung 2018 national sowie international für Aufsehen sorgt. Im Dezember erschien das zweite Album, „Identity“. Die darauf enthaltenen Lieder, die in Kollaboration mit der Gitarristin Elena Todorova, der Pianistin Christina Zauner, dem Bassisten Byron Cortes und dem Schlagzeuger Christian Ziegelwanger entstehen, setzen sich unter anderem mit Fragen der Identität auseinander. Was hat Identität mit Herkunft zu tun, und warum wird sie zu einem Etikett oder als Klischee wahrgenommen? Mit ihren Songs möchte Euphoniques die Menschen motivieren, aus vorgefertigtem Rahmen auszubrechen, beispielsweise mit „Cool Down“. „Das Lied soll daran erinnern, in unserer schnelllebigen Zeit nicht den Dingen hinterherzurennen, die ohnehin nicht beeinflussbar sind, sondern innezuhalten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das eigene Leben voller Zuversicht in Angriff zu nehmen.“

„Cool Down“ ist auch einer der beiden Songs, die Marjorie Etukudo im Rahmen des Konzerts „Wiener Stimmen“ mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich im Großen Musikvereinssaal präsentiert wird. Mit dem Arrangeur Michael Radanovics wurden bereits die letzten Details geklärt, und je näher der Termin rückt, desto größer wird die Vorfreude auf das Konzert. „Ich freue mich sehr und wünsche mir, dass das Publikum eine wunderschöne Zeit hat und für einen Moment alle Sorgen hinter sich lässt. In einem solch altehrwürdigen Saal auftreten zu dürfen ist für mich etwas ganz Besonderes. Auf einer Bühne zu singen, auf der schon so viele Größen der Musikbranche gestanden sind, ist mir eine große Ehre und lässt mich versuchen, nur das Beste aus mir herauszuholen.“

Karin Frey
Karin Frey ist als Mitarbeiterin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien im Programmbereich der Vier Neuen Säle tätig und koordiniert das Projekt „Wiener Stimmen“.

 

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