Raw Matters
Ein ungeschliffener Tanz und Performance Abend | Mo 5.10.2026, 20 Uhr
Bei Raw Matters teilen Künstler*innen aus den Bereichen Tanz und Performance frische Ideen und unfertige Arbeitsprozesse auf einer Bühne vor Publikum. Dabei ist jeder Abend so vielfältig wie die Künstler*innen selbst: es gibt aktuelle Einblicke in jeweils 4 Performances, die im Rahmen von Open Calls gemeinsam von Raw Matters und Brunnenpassage ausgewählt wurden.
Der Kunst- und Kulturverein Raw Matters, unter der Leitung von Deborah Hazler und Nanina Kotlowski, veranstaltet seit 2010 die ungeschliffenen Tanz- und Performance-Abende, um Künstler*innen zu ermutigen, ihre Arbeiten in den verschiedensten Stadien des künstlerischen Schaffensprozesses öffentlich zu zeigen.
Nach den Performances können sich Künstler*innen sowie Publikum am Buffet austauschen. Für die kulinarische Verpflegung sorgen sol.lab.zones, ein Labor für Energieautarkes Kochen in Wien.
Eine Kooperation von Raw Matters und der Brunnenpassage.
www.rawmatters.at
Foto “CIRCUMVOLUTION (work in progress) // Sasha Parkhomchuk, Rosalie Komarek” © Barbara Mair
I Swan // Sasha Portyannikova
Die Schwanenprinzessin aus „Schwanensee“ ist eine Gestaltwandlerin und eigenmächtige übernatürliche Figur, deren „monströse“ Seite zum Symbol für Widerstand und Selbstermächtigung wird und damit das Narrativ einer zerbrechlichen Heldin in Frage stellt, die durch männliches Verlangen und russische Kulturpropaganda definiert wird.
The Swan Maiden from Swan Lake is a shapeshifting, agency-driven supernatural figure whose “monstrous” side becomes a symbol of resistance and empowerment, challenging the narrative of a fragile heroine defined by male desire and Russian cultural propaganda.
The Earth-bound Spirits // Igigo Wu
The Earth-bound Spirits erforscht, wie Fragmente kolonialer Geschichte, familiärer Erinnerung und einer vergessenen Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein nachwirken und sie heimsuchen. Durch Soundperformance, Archivmaterial und Kostüme bewegt sich die Arbeit zwischen Mensch und Geist, Körper und Landschaft, Wirklichkeit und Traum.
The Earth-bound Spirits explores how fragments of colonial history, family memory, and the forgotten past continue to haunt the present. Through sound performance, archives, and costumes, the piece travels between human and ghost, body and landscape, reality and dream.
Yeomim (여밈) // Semi Lim & Eunji Ji
Inspiriert von der koreanischen Tradition des Daenggi meori untersucht dieses Werk das Binden der Haare als einen physischen Akt des Formens, Disziplinierens und Definierens des Körpers. Während sich fest gefügte Strukturen allmählich lockern und auflösen, bewegt sich der Körper zwischen Kontrolle und Loslassen – auf der Suche nach Wegen des Werdens jenseits aller Vorgaben.
Inspired by the Korean tradition of Daenggi meori, this work explores tying as a physical act of shaping, disciplining, and defining the body. As tightly held structures gradually loosen and unravel, the body moves between control and release, searching for ways of becoming beyond what has been prescribed.
They’re Here but we Don’t Hear Them // Girl Out Of Time∞
Aus der Perspektive der Medienarchäologie und mit einem archivarischen Ansatz zur Geschichte der Projektionstechnik, des Kinos und der Fotografie sowie der Dekonstruktion der linearen Zeit verkörpert die Protagonistin Ounikoro Rhensarai das Bild der afrikanischen Frau, die zwar fotografiert wurde, doch unbekannt blieb – vom vorkolonialen, kolonialen und postkolonialen Afrika südlich der Sahara bis heute.
Through the lens of media archaeology, and with an archival approach to the history of the technology of projected images, cinema and photography along with the deconstruction of lineal time, protagonist Ounikoro Rhensarai represents the image of the African woman photographed yet unknown from pre-colonial, colonial and post-colonial sub-Saharan Africa up until today.

